6.4.: DER NSU IN BAYERN

Kein Schlussstrich unter den NSU-Komplex in Bayern: Neue Recherchen – alle offenen Fragen – der Bombenanschlag ohne Prozess.

Am Samstagabend, den 6. April 2019, zeigen wir was in Bayern Kein Schlussstrich bedeutet. Patrycja Kowalska, Sprecherin des Münchner Bündnis gegen Naziterror und Rassismus, fragte die Öffentlichkeit einen Tag vor Urteilsverkündung im NSU-Prozess: Fünf Jahre Prozess und doch gibt es mehr Fragen als Antworten. Warum wurden hier in Bayern fünf Morde und der erste Bombenanschlag des NSU begangen? Wir wollen wissen: Wer waren die Unterstützer*innen? Wo sind sie heute? Und warum werden sie nicht angeklagt?
Der Prozess hat diese Fragen nicht beantwortet. Der Generalbundesanwalt hat bis heute keine weiteren Unterstützer*innen angeklagt. Der bayrische Untersuchungsausschuss 2013 konnte die Fülle an Fragen, die sich heute stellen, schon damals nicht beantworten. Der erste Bombenanschlag des NSU, den Mehmet O. 1999 in Nürnberg überlebte, wurde immer noch nicht prozessual aufgearbeitet.
Mit neuen Recherche-Ergebnissen zum NSU-Netzwerk, der Auflistung aller wichtigen offenen Fragen, der Auswertung des Aufklärungsstands und seiner Lücken, mit der Perspektive des Hauptzeugen des Geschehens vom Bombenanschlag in Nürnberg wollen wir selbst ein Stück zur Aufklärung des NSU-Komplex in Bayern beitragen. Es sprechen auf dem Podium:

Mehmet O., Überlebender der Taschenlampen-Explosion in der Nürnberger Scheurlstraße, Hauptzeuge des Geschehens

Sebastian Scharmer, Nebenklageanwalt der Familie Kubaşık, Experte für die Rolle des Verfassungsschutzes im NSU-Komplex

Jonas Miller, Nürnberger Journalist des Bayrischen Rundfunks, recherchierte jahrelang zur extremen Rechten und dem NSU-Unterstützernetzwerk in Bayern

Robert Andreasch, Münchner Prozessbeobachter für NSU-Watch, Journalist und Experte für die extreme Rechte in Bayern, Mitarbeiter des Antifaschistischen Informations- und Dokumentationsarchiv A.i.d.a.

Die Moderation übernimmt, Patrycja Kowalska, Sprecherin der Kampagne Kein Schlussstrich vom Münchner Bündnis gegen Naziterror und Rassismus.

Wenige Stunden vor der Veranstaltung wird in Kassel an seinem 13. Todestag, Halit Yozgat, gedacht. Er wurde am 6. April 2006 in seinem Internetcafé vom NSU ermordet. Mit Videoimpressionen von der Gedenkveranstaltung werden auch wir in München an Halits Gedenken teilhaben. In Gedenken an alle Opfer des NSU und im Kampf für die Aufklärung des NSU-Komplexes, kommt am 6. April, zu unserer Veranstaltung: Kein Schlussstrich unter den NSU-Komplex in Bayern.

6. April 2019, Eine-Welt-Haus (Schwanthalerstr. 80)

19 Uhr